Pokémon zurück auf 3DS – Pokémon Sonne und Mond

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Der Sommer war geprägt von Pokémon Go und hat die Gamer und Kids gemeinsam mit all ihren Kindheitserinnerungen raus an die frische Luft gebracht. Für die kalte Jahreszeit braucht es aber wieder ein Pokémon Game, das sich auch super easy daheim auf der Couch zocken lässt, denn draußen reagiert bei den niedrigen Temperaturen wahrscheinlich bald der Touchscreen des Smarphones nicht mehr. Perfekt natürlich, dass Nintendo dafür Abhilfe schafft und im November Pokémon Sonne und Mond herausgebracht hat.

Hawaiifeeling – Die Region

Wie von den Pokémon Spielen schon gewöhnt geht es natürlich wieder in eine komplett neue Region, diesmal sogar auf einen ganzen Inselkomplex. In der Alola-Region dreht sich alles um Sommer, Sonne, Strand und Meer. Auf den vier eher kleineren Inseln (im Vergleich zu den Gesamtinseln der letzten Spiele) die sich zu dieser Region zählen sprüht alles nur so vor sonnigem Spirit – kein Wunder, dass da der Vergleich zu Hawaii schnell gezogen ist. Doch nicht nur der grundlegende Regionsaufbau ist diesmal anders, auch einige andere gefestigte Dinge haben sich geändert.

Ich will der aller Beste sein – der Weg zu den Top Vier

Das war es, was Pokémon immer ausgemacht hat. In jeder Stadt musste eine Arena eingenommen werden um deren Orden zu gewinnen. Nur wer alle Arenaorden zu seinem Besitz zählen konnte, der durfte auch überhaupt erst daran denken gegen die Top Vier – die Besten der Besten – antreten zu dürfen und sich selbst an deren Spitze zu stellen und Champion zu nennen.

Doch in Alola ist der Kampfspirit nicht ganz so ausgeprägt, hier herrscht eher ein freundliches Miteinander als ein kompetitives Gegeneinander in den früheren Arenen. Natürlich bedarf man sich immer noch in Pokémon Kämpfen zu beweisen, allerdings gibt es keine Arenen und keine Orden mehr. Stattdessen gibt es auf jede Insel einen Inselkönig oder eine Inselkönigin die es zu besiegen gibt. Aber ganz so einfach wird es einem natürlich nicht gemacht, dass man einfach zu einem Inselkönig latschen kann, einen Kampf gewinnt und zu den Top Vier voranschreitet.

Um gegen einen König anzutreten muss man erst mal die verschiedensten und unterschiedlichsten Trials auf den Inseln absolvieren. Diese werden immer von Champions geleitet und unterscheiden sich ein wenig voneinander auch wenn sie immer einen gemeinsamen Nenner finden: Ihr kämpft gegen Pokémon und nicht gegen Trainer. Einzelne Aufgaben müssen in bestimmten Gebieten erledigt werden (die durchaus amüsant und spaßig sind und zudem immer wieder ein bisschen Abwechslung liefern) und zum Ende eines jeden Trials wartet ein Totem-Pokémon auch euch. Dabei handelt es sich um verstärkte Pokémon, die im Kampf auch noch andere Pokémon zur Hilfe rufen.

Das ganze neue Spielprinzip baut damit vermehrt auf dem Kampf gegen verstärkte Pokémon als auf dem Fight gegen Trainer auf. Was hierbei der große Unterschied ist – Trainerkämpfe waren wesentlich herausfordernder. Trainer besitzen oftmals mehrere Pokémon (was mit den herbeigerufenen Hilfen nur simuliert werden kann – denn wer sich zuerst auf das Totem Pokémon fokussiert ist schnell durch die Kämpfe durch), Trainer können Tränke einsetzen und haben gefühlt doch irgendwie mehr Power hinter ihren kleinen Kämpfern. Das neue System macht das Spiel definitiv um einiges einfacher und weniger fordernd. Wer seine Pokémon immer ein bisschen über dem Level der Gegner hält bekommt selten Probleme, wo man früher schon einen Ticken mehr taktieren musste.

Genau dieses doch einfachere Gewinnen macht das Spiel im Fortlauf durch die Inseln ein wenig eintönig und langweilig. Die Trials sind zwar witzig und sicherlich auch keine allzu schlechte idee um ein neues System einzuführen aber noch nicht vollständig ausgeprägt. Die Kämpfe sind zu einfach, man muss nicht wirklich viel Zeit in Leveln oder gar Taktieren investieren um auch mit eher unterlegenen Klassen die Kämpfe siegreich bestreiten zu können.

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Neue Insel, neue Monster – die neuen Pokémon

Natürlich gibt es auf einer neuen Insel im Universum von Pokémon auch wieder einige neue Pokémon. Wieder geteilt für beide Editionen, wer seinen Pokédex vervollständigen will, der muss also wieder fleißig mit anderen Spielern tauschen. Dank des neuen Rotom-Pokédex (sehr bunt und fast schon zu regenbogenfarbig – musste der „Registriert“ Schriftzug wirklich unbedingt in allen Farben baden gehen?) bekommt der Pokédex auch eigene Abteilungen je nach Insel. Somit kann man seinen Fortschritt nicht nur gesamt sondern auch auf den einzelnen Inseln verfolgen. Das fördert definitiv den Ehrgeiz um sie alle zu fangen – denn Pokémon lebt immer noch auch von seinem Sammelfieber.

Außerdem bekommen wir es wie üblich auch wieder mit drei neuen Starterpokémon zu tun. Wie sonst auch folgen sie grundsätzlich der Typverteilung Feuer, Wasser und Pflanze. Trotzdem muss man schon sagen, seit dem Pokémon nicht mehr so strikt einem Attackentyp zugeordnet sind wird das Spiel auch wieder einfacher. Denn jedes der drei Starterpokémon erlernt im Laufe seiner Entwicklung entweder Attacken des Types Unlicht oder Fee – womit man bei einer Vielzahl der Gegner schon relativ gut durch kommt. Das mag vielleicht auch dazu beitragen, dass das Spiel insgesamt etwa leichter spielbar ist, denn schon das jeweils gewählte Startpokémon hat durchaus die Power um euch eigentlich fast immer zum Sieg zu führen. Durch diese Vielzahl von Attackentypen und vor allem Typen-Mischungen braucht es einfach viel weniger Pokémon um gegen jeden Angreifer ideal gewappnet zu sein.

Was allerdings im Bereich der kleinen Monster wirklich neu ist gegenüber den Vorgängern, es gibt nicht nur komplett neue Pokémon, einige altbekannte Pokémon haben auch einen neuen Anstrich bekommen. Scheinbar hat die Sonne auf Alola eben Einfluss auf das Äußere der Pokémon, denn aus Digdri wird plötzlich ein Sunnyboy Trio welches der Kelly Family Konkurrenz macht, Kokowei wächst weit über seinen eigenen Kopf hinaus und Sandan und Vulpix haben sich entschieden zum Eis-Typ zu konvertieren um der Hitze von Alola zu trotzen. Das sind natürlich nicht alle Änderungen, das ein oder andere Monster findet sich noch, dass sein Erscheinungsbild ebenfalls ein wenig geändert hat. Prinzipiell ein netter zusätzlicher Aspekt, bei der ein oder anderen Änderung ist allerdings fraglich, ob die optische Neuerung wirklich zu Positiven des Pokémons von statten gegangen ist – aber Geschmack liegt bekanntlich im Auge des Betrachters. Trotzdem macht es damit auch wieder Spaß einige der alten (und ehrlich gesagt immer noch besten 150) Pokémon wiederzuentdecken und ihre neuen Formen zu begutachten.

Wer auf der Jagd nach einem vollständigen Pokédex ist, der sollte sich auf jeden Fall den QR-Scanner genauer ansehen. Denn mit Hilfe von 10 verschiedenen Scans bekommt man einen Island-Scan, der einem die relativ genaue und eingeschränkte Position eines noch nicht gefangenen Pokémon anzeigt. Wer also auf der Jagd nach allen Monstern ist, kann sich so die Location auf eine Route genau scannen lassen und dort innerhalb der nächsten Stunde auf das gescannte Pokémon treffen!

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Die versteckte Power der Pokémon – Z-Moves

Bereits im Vorgänger zu Sonne und Mond haben einige Pokémon Verstärkte Versionen von sich selbst bekommen – in Form einer Megaentwicklung. Diese hat sich aber nur auf ein paar spezielle Exemplare beschränkt. Im neuen Teil kann die versteckte Kraft jedes Pokémons erweckt werden. Nicht in der Form einer Megaentwicklung, sondern in der Form von Z-Moves wenn ihr als Spieler den richten Z-Stein besitzt (die ihr eigentlich alle im Laufe des Spieles bekommt). Wenn ihr eure Pokémon einen Z-Stein halten lässt, der einem Attacken-Typ in ihrem Attacken-Set entspricht, dann kann dieses Pokémon einen Z-Move ausführen. Darunter kann man einfach eine verstärkte Attacke des jeweiligen Types verstehen.

Grundsätzlich eine schöne Erneuerung, weil es wirklich bei jedem Pokémon anwendbar ist. Allerdings geht jedem Z-Move ein auf Dauer elendigst langes Intro-Video vorne weg, das man sich irgendwann einfach nicht mehr ansehen will, man aber leider auch nicht überspringen kann. Wenn man also den Z-Move nicht unbedingt braucht um einen Fight zu drehen wird man ihn als Spieler wohl eher sporadisch einsetzen, einfach weil man sich die Zeit sparen will die man vergeudet wenn man sich immer und immer wieder die gleiche Video-Sequenz anschauen muss. Man kann pro Kampf zwar auch immer nur maximal einen Z-Move einsetzen, für mehr hätte man wahrscheinlich aber auch kaum Lust, weil ein Kampf dann nur mehr aus Attacken-Intros bestehen würde.

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Kleine neue Spielerein neben der Story – Battle Royale, Super-Spezialtraining und Poképause

Neben der normalen Story gibt es auch nebenher ein paar kleine neue Spielerein. Die größte davon: Das Battle Royal. Hierbei treten vier Trainer mit jeweils drei Pokémon gegeneinander im Battle an und kämpfen jeder gegen jeden. Zu Ende ist der Kampf erst dann, wenn alle Pokémon eines Spielers besiegt wurden. Anhand der besiegten Pokémon eines jeden Trainers wird dann ein Sieger ermittelt. Eine witzige Neuerung, die zwar ein bisschen taktische Spielerei zurück bringt aber auch nicht wirklich überzeugen kann. Gewinner gibt es nur durch Rechnerei anstatt die Kämpfe bis zum Ende durchzuziehen, was schade ist.

Im Super-Spezialtraining ist es in Pokémon Sonne und Mond erstmals möglich mit Training die Pokémon nach dem Maximallevel von 100 immer noch zu stärken. So kann man damit nämlich alle Grundwerte weiter steigern und (Spezial-)Angriff, (Spezial-)Verteidigung und Initiative bis zum Maximum ausreizen. Nettes Gimmick wenn man bis zum Letzten das Beste ausseinen Monstern herausholen will.

Auch die Poképause gesellt sich zu den Neuerungen, auch wenn sie dem PokéMonAmi aus X und Y sehr ähnlich ist. Der große Unterschied allerdings – man kann jetzt auch Statusprobleme der Pokémon nach dem Kampf einfach wegwischen. Das macht den Einsatz von Items fast schon unnötig wenn man nur den einen Kampf übersteht. Wieder definitiv eine Erleichterung des Spieles weil man sich nicht um ausreichend Gegengifte, Aufwecker oder Ähnliches kümmern muss – nimmt aber auch wieder ein Stück von der Vorbereitung für die Pokémonreise aus dem Spiel heraus.

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Fazit

Pokémon Sonne und Mond ist grundsätzlich genau wie seine Vorgänger ein Spiel das funktioniert und die Spieler in seinen Bann zieht. Für die einen ist es die kindliche Nostalgie die sie zu diesem Spiel zieht, andere packt der Sammlerwahnsinn und die jüngeren Spieler erfreuen sich einfach an lustigen Monstern und Kämpfen.

Allerdings muss man gerade im Vergleich zu den älteren Editionen sagen, dass ein bisschen was verloren geht. Das neue System mit dem Inselkönigen, den Trials und den Totem-Pokémon ist zwar lieb aber eben nicht der selbe „Erfolg“ wie alle Orden einer Region gesammelt zu haben. Diese Fokussierung auf Pokémon Kämpfe anstatt Trainer Kämpfe macht das Spiel an sich einfach sehr leicht und birgt kaum mehr Herausforderungen in sich. Für alteingesessene Pokémon Spieler somit eher schneller langweilig, für die junge Generation insbesondere auch durch die sehr farbenfrohe Aufmachung sicherlich trotzdem spannend.

Bei den Pokémon Games spielt einfach viel die Nostalgie in ihren Erfolg mit hinein, da hätte man durchaus beim altbewährten Arenen-System bleiben können und die Neuerungen (wie bisher auch) bei den Z-Moves und neuen Feinheiten wie anderer Optik für alte Pokémon, kleine Minispiele oder auch das Battle Royal belassen können. Hätte ausgereicht um das echte alte Feeling wiederzubeleben und nicht ein bisschen einschlafen zu lassen.

8,5 Awesome

+ neuer Twist zu altem Gameplay
+ alte Pokémon im neuen Gesicht
- Fokusierung auf Pokémon Kämpfe statt Trainer Kämpfen
- noch einfacherers Gameplay
- zu lange Introvideos bei den Z-Moves

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Nina Z.

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