Gewuchtete Reifen – Need For Speed Payback

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Da ist es wieder: Need For Speed. Um die alljährliche Nachfrage an Arcade-Racern zu stillen, muss Electronic Arts nicht lang in der Fundkiste graben, um das heiße Teil zusammenzustoppeln. Mit Payback geht es nach Fortune Valley, wo sich eine Racer-Crew nach Rache sehnt! Wir waren mittendrin statt nur dabei!

Mit einer kleinen Pause meldet sich der NFS-Franchise wieder zurück und zeigt, wo seine Stärken liegen. Schnelle teure Autos rasen über Asphalt, Off-Road und quer durch Städte, die in wunderschöner DICE-gerenderten Grafik auf Spieler warten geschrottet zu werden! In Payback gibt es diesmal sogar mehr Story als sonst, die man aber schon allzu gut kennt. Doch können Radarfallen wirklich das stoppen, was uns im Blut liegt?

Der Schnelle und der Furiose

Die Crew rund um Tyler, Jess und Mac haben es nicht leicht. Als sie die übermächtige Zockermafia, die Fortune Valley kontrolliert, überwältigt und reinlegt droht das Aus für die Racing-Freaks. Doch so leicht lassen sich Tyler und seine Freunde nicht unterkriegen und Rache steht ganz oben auf der Tagesordnung! Während Tyler Spezialist für klassische Straßenrennen und Drag-Races ist, ist Mac ein Künstler hinter dem Lenkrad. Er fährt Off-Road und Drift-Challenges wie kein zweiter und heizt über jeden Berg. Jess ist die Lady im Team und kümmert sich um die wilden Verfolgungsjagden mit der Polizei, wenn diverse Pakete von A nach B mit einem Lamborghini oder ähnlich teurem Gefährt transportiert werden müssen. Über die Story hinweg überschneiden sich die Charaktere immer wieder und zum Schluss kommt ein klassischer Boss-Conclusio ans Tageslicht, der ganz nach einem hollywood-reifen Erfolgsrezept anhört.

It’s the sound of the police

Need For Speed Payback spielt sich sehr unterhaltsam. Die Missionen sind abwechslungsreich und viele Szenen erinnern an alte Zeiten aus Burnout, wenn man crasht und im Zeitlupenmodus die Splitter und Funken im verzerrten Audiogewitter über den Bildschirm streifen sieht. Auch die Polizei-Jagden machen richtig Spaß und das obwohl die KI nicht sonderlich aggressiv und schlau wirkt, wenn man nicht einmal ausweichen muss sondern direkt auf das Gegenüber draufhalten braucht. Die Abwechslung zwischen Drag, Verfolgung und Off-Road ist eine willkommene Reinkarnation der Serie, und gerade bei Off-Road Events bemerkt man die erstaunlichen Grafik-Details und Open-World Möglichkeiten, die sich einem bieten, um zum Sieg zu gelangen.
Ist man einmal nicht in einem Event, um Level zu erhalten, so kann man durch die Stadt düsen und Schilder zerstören, Radar-Fallen dauerblitzen lassen oder Schnelligkeitsrekorde aufstellen. Nothing Special soweit. Doch man kann natürlich auch den einzelnen Hinweisen der Bosse folgen, die einem zu besseren Autoteilen führen oder sogar fette Autos vor die Nase setzen, die einem im Spiel schnell weiterbringen können!

Nur ein 10-Sekunden-Auto

Und beim Level-System hört sich der Spaß auf. Mit jedem Rennen sammelt man Geld und Autoteile. Um seinen Wagen aufzuwerten und an neuen Events teilnehmen zu können, muss die Karre erstmal verbessert werden. Niemand kommt mit einem nicht gemotzten Auto zu einem Straßenrennen! Die meisten Events verlangen aber, dass man als Erster abschließt ansonsten sieht es nicht rosig aus – sowohl für das Auto als auch für die Geldbörse. Hat man eine gewisse Anzahl an Rennen geschafft und steigt im Level darf man mit der Story fortfahren. Ist man noch nicht soweit, um mit der Elite mithalten zu können, so muss man nun Geld für Kisten einlösen oder die alten Events noch einmal absolvieren und gewinnen. Das nimmt schon viel Euphorie aus dem Spielspaß und macht Need For Speed Payback zu einem Geduldsspiel als zu einem Racer.
Oder zwingt Electronic Arts die Spieler etwa dazu, Kisten zu kaufen – Geld hat man ja genauso wenig wie Ersatzteile?! Das Selbe gilt für Autos. Bei einigen Events muss man einen bestimmten Wagen fahren, um daran teilnehmen zu können. Hier bleibt nur eines über: das Konto räumen und das Auto kaufen. Wer das nicht kann, der darf nicht fahren – fast wie im richtigen Leben. Doch warum spielt man dann überhaupt Videospiele?
Sobald man also zum zweiten Mal an den Kopf geworfen bekommt, dass das erforderte Level noch nicht erreicht sei und man alte Events nochmal spielen muss, fliegt entweder das Spiel oder der Controller quer durch das Zimmer.

Fazit

Wer sich nach einem wilden Arcade-Racer umsieht, der ist bei Need For Speed: Payback genau richtig. Pfeilschnelle Drag-Races, Drift Challenges und wilde Verfolgungsjagden mit der Polizei durch ein besiedelte Stadt stehen hier an der Tagesordnung, umwoben mit einer generischen Hollywood-Story. All das wird aber mit einem recht simplen Levelling-System zusammengehalten, welches Grinding voraussetzt und Spieler auf die Probe stellt: behält man die Nerven, um sich zum nächsten Level zu kämpfen, damit man in der Story voranschreitet?

 

6.8 Okay

+ Arcade Racer der alten Schule
+ Grafik
+ riesige Map
- Levelsystem furchtbar
- zu viel Grinding

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David B.

Unser multimedialer Tausendsasser ist überall zu finden. Sei es nun auf Events wie Gamescom, Comic-Con oder in Multiplayer-Lobbies zwischen Call of Duty oder FIFA. Nebenbei macht er auch noch Videos und Fotos auf Konzerten und Festivals. NO REST FOR THE WICKED!

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