Ein bisschen von allem – Master X Master Review

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NCSOFTs Beitrag zum MOBA-Markt: Master X Master. Die großen Innovationen sind die Mischung aus PvE und PvP, sowie der dynamische Wechsel.

Titan Ruins aus Master X Master

Der Haupt-PvP-Modus Titan Ruins. Das gegnerische Hauptgebäude (Titan Core) muss zerstört werden.

Die Master

Master sind kurz gesagt starke Kämpfer aus diversen Welten. Welche Welten? NCSOFT geht hier den Weg von Blizzard, und verwendet Charaktere aus dem eigenen Katalog. Wer Spiele wie etwa Guild Wars, Lineage oder Blade & Soul gespielt hat, dem werden einige Charaktere bekannt vorkommen. Gesteuert werden die Master wie in einem Top-Down Shooter mit WASD, die Schlag-/Schussrichtung der Waffe richtet sich an den Mauszeiger. Deutlich actionlastiger als die meisten MOBA-Kollegen, von SMITE einmal abgesehen. Abgesehen von einem normalen Angriff hat jeder Master auch zwei reguläre Fähigkeiten, eine besonders starke, die erst laden muss (Ultimate), ein passive, sowie eine Bewegungsoption. Die Steuerung funktioniert ziemlich gut, könnte allerdings ein wenig flüssiger sein.

Charakterdetails in Master X Master

Etwas versteckt, aber die Stats eines Masters sind sehr genau aufgelistet.

Doch eigentlich hat jeder Master 4 reguläre Fähigkeiten, vor einem Einsatz muss man allerdings 2 auswählen. Das funktioniert bei manchen gut, weil man selbst einstellen kann, wie man spielen will. Manche Master haben jedoch ein klar überlegenes Setup, und die anderen Fähigkeiten könnten genausogut nicht im Spiel sein. Hier ist das Balancing sehr unausgegoren, wie auch bei der Vielfalt der Charaktere selbst.

Fliegender Wechsel

Nicht nur, dass sich die verschiedenen Master teils komplett unterschiedlich spielen, was durchaus lobenswert ist. Eine der Hauptmechaniken des Spiels ist es, dass man immer mit 2 Charakteren unterwegs ist, dabei aber immer nur einer aktiv ist. Jederzeit kann man zwischen den beiden wechseln, wobei jeder Master einen eigenen HP- und Mana-/Energiepool hat. Wenn man etwa kurz davor ist zu sterben, kann man einfach wechseln und vielleicht sogar das Blatt wenden. Stirbt allerdings ein Master sind beide weg, man muss also schnell sein.  Was hier auch ins Gewicht fällt ist die Affinität der Master. Von denen gibt es 3: Ardent (Rot), Helix (Grün) und Kinetic (Blau). Wenig überraschend wird Helix von Ardent geschlagen, schlägt aber dafür Kinetic, was wiederum Ardent schlägt. Dies äußert sich darin, dass ein Charakter mit überlegener Affinität nicht nur mehr Schaden macht, sondern auch weniger Schaden nimmt, man sollte also mit 2 unterschiedlichen Affinitäten in ein PvP-Match gehen. PvE-Level haben hingegen immer eine fixe Affinität, die man im Vorhinein sieht.

Master X Master Story-Visuals

Story gibt es keine. Stattdessen Gespräche zwischen Charakteren in diesem Format.

Durch dieses System ist jeder Master deutlich mächtiger, als er auf den ersten Blick erscheint, so kann man etwa Combos machen, indem man zuerst den Gegner mit einem Master am Boden fesselt, um dann auf einen zu switchen, dessen Fähigkeiten zwar stark, aber langsam sind. Nach dem Wechsel gibt es einen kurzen Cooldown, währenddessen dem man auf dem neuen Master bleiben muss, wohl auch um das Combo-Potential ein wenig einzuschränken. Einerseits gibt es hier wirklich viel zu experimentieren, so kann man etwa mit einem Doppel-DPS-Setup herumlaufen und darauf vertrauen, dass die Gegner vor einem sterben werden. Oder man kombiniert Tank und Support um dem Team auszuhelfen.

Bosskampf in Master X Master

Jeder der zahlreichen PvE-Level endet in einem mehr oder weniger schwierigen Bosskampf.

Hybrid

All die erwähnten Elemente funktionieren genau gleich in PvE und PvP, wobei die Zahlen angepasst werden. Für PvE kann man Skill-Level gegen Gold freischalten, in PvP muss man dafür erst mal leveln. Dadurch fühlt es sich ziemlich gut an, Charaktere und Combos zu meistern, da die gelernten Skills immer anwendbar bleiben. Zerstört wird das ein wenig durch das Node-System (Runen aus LoL). Man startet mit zwei Seiten (weitere freischaltbar), die man unterschiedlich befüllen kann. Nodes geben Stats wie mehr Angriffsstärke oder mehr HP, und befinden sich als Items im Inventar. Wenn man eine besonders starke seltene Node hat, muss man sich entscheiden, auf welche Seite sie kommen soll. Will man die Node auf beiden Seiten verwenden, oder zweimal auf einer Seite einsetzen, muss man eine zweite beschaffen. Da verschiedene Charaktere verschiedene Setups brauchen (mit mehr oder weniger Überschneidung), wird schnell ersichtlich, dass Nodes und die Seiten sie zu kombinieren stark limitierend wirken, vor allem am Anfang. Dann kommt noch hinzu, dass man in PvE andere Nodes einsetzen will, als in PvP, also wechselt man entweder ständig oder kauft sich mehr Seiten.

Jinsoyun in Master X Master

Jinsoyun aus Blade & Soul.

Ich könnte hier noch viel über die verschiedenen Kleinigkeiten wie das Währungssystem reden, die mich verwundert haben, aber im Großen und Ganzen funktioniert das recht gut. Man muss viel grinden allerdings. Sehr sehr viel. Immerhin macht der PvP-Modus Titan Ruins ordentlich Spaß, und die Nodes dafür sind vergleichsweise günstig, auch kann man schnell einen starken Pool an Masters aufbauen. Diesen dann zu erweitern ist dann wiederum ans Grinden gebunden, da helfen auch die zahlreichen Quests aus dem obigen Screenshot nicht viel.

Fazit

Master X Master ist F2P also kann man es sich durchaus einmal anschauen. Man muss auch nicht PvE UND PvP spielen, viele Spieler konzentrieren sich nur auf einen Aspekt und beide Modi haben allein genug zu bieten. NCSOFT ist hier durchaus großzügig und bietet sehr viel zum Spielen für verschiedene Geschmäcker. Es gibt sogar Minigames für zwischendurch. Das nicht perfekte Balancing ist sicher ein Punkt, in dem Master X Master Nachholbedarf hat. Und selbst als jemand der Grinden mag, ist es doch ziemlich viel. Auch fehlt dem Spiel das gewisse Etwas, ein letzter Schliff, der schwer zu beschreiben ist. Was bleibt ist ein gutes Spiel, das sich trotz Innovationen nicht wirklich aus dem Haufen ähnlicher Spiele hervorsticht.

7.5 Good

+ Vielfalt an Charakteren und Spielstilen
+ Wechselsystem
+ PvP und PvE
+ Viel zu tun
- Viel zu tun
- Grindlastig
- Balancing

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Christian Novotny

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