Do, 9. Nov 2017

DOOM - Nintendo Switch Review

Genug mit den Kinderspielen! Jetzt ist es an der Zeit zu beweisen, dass auch Erwachseneninhalte ihre Daseinsberechtigung auf dem bunten Kinderspielzeug  haben. „Dämonen abschlachten, wann und wo ich will“ heißt es ab dem 10.November, wenn DOOM für Nintendo Switch erscheint und sich die Tore zur Hölle erneut öffnen.

Wie könnte man das am besten beweisen als mit dem wohl blutigsten Videospiel des letzten Jahres, DOOM. Wir haben dem teuflischen Höllentrip damals im Test satte 8.8 von 10 Punkten verliehen. Ob die Switch Version damit mithalten kann und welche Änderungen am Spiel vorgenommen wurden, sehen wir uns jetzt genauer an.

DOOM Die brutalen Finisher dürfen natürlich nicht fehlen„Dämonen abschlachten, wann und wo ich will.“

Einmal Hölle zum Mitnehmen bitte

Das Konzept von Nintendo Switch geht auf und endlich wagen auch große 3rd Party Entwickler wie Bethesda ihre ersten Schritte auf die neuen Hybrid-Konsole. Allem voran DOOM, einer der besten Shooter der letzten Jahre. Bei der Nintendo Switch Version von DOOM handelt es sich nicht um eine abgespeckte mobile Version oder Tech Demo, sondern im Grunde um dasselbe Spiel wie das Original aus 2016. Diese Version beinhaltet dieselbe Einzelspieler Kampagne, einen Arcade Modus und einen Online Multiplayer, sowie alle bisher veröffentlichten Updates und DLCs. Einzig der Snapmap Karteneditor hat es nicht ins Spiel geschafft und auch sonst gibt es keine neuen Spielmodi oder Funktionalitäten. Keine erwähnenswerten Motion Controls, keine Nintendo Skins und kein Amiibo Support. Dafür gibt es aber viel Blut, Eingeweide und explodierende Körperteile jetzt auch für unterwegs!

DOOMBlut, Eingeweide und abgetrennte Körperteile zieren die schön gestalteten Level.

The Good and the Bad

Die grafische Umsetzung sowie die Präsentation von DOOM ist bemerkenswert, wenn man bedenkt, dass das Spiel auf einer portablen Konsole läuft. Vor allem im Handheld-Modus ist das Spiel eine wahre Augenweide. Von den genialen Monsterdesigns über die Partikeleffekte bis hin zu den atmosphärischen Lichtern gibt es an dem Spiel fast nichts auszusetzen. Aber auch nur fast, denn für die Nintendo Switch Version wurden einige Änderungen an der Grafik vorgenommen. Zu sehen ist das an den Texturen, die weniger detailliert sind und etwas ausgewaschen wirken. Obwohl die Grafik etwas schlechter ausfällt als auf den stärkeren Konsolen, bleibt die DOOM-Atmosphäre dennoch erhalten.

DOOM ComparisonGrafikvergleich zwischen Nintendo Switch und Playstation 4

Mit einer HD-Auflösung von 720p und 30 FPS sowohl im TV- Modus, als auch im Handheld-Modus, läuft das Spiel jedoch nicht immer flüssig. Bereits in der ersten Mission hat sich gezeigt, dass die Framrate bei vielen Gegnern starke Einbrüche hat. Auch im späteren Spielverlauf kommt es immer wieder zu Framerate Einbrüchen und Sound Bugs. Ein lautes nerviges Geräusch meldet sich zeitweise und ebenfalls kann es passieren, dass die Musik und Waffengeräusche gänzlich verstummen.

DOOM AimingDas Zielen mit der Waffe ist mehr schlecht als recht.

Der größte Kritikpunkt gilt jedoch der Steuerung von DOOM, genauer gesagt dem Zielen mit der Waffe. Getestet wurde das Spiel sowohl im TV-, Handheld- als auch Tisch-Modus mit allen Controller Variationen. Leider fühlte sich die Steuerung mit allen Controllern nicht so gut an wie auf anderen Konsolen. Genaues Zielen ist aufgrund des sprunghaften Inputs des Controlsticks oft sehr mühsam und ungenau. Auch nach Anpassung der Sensitivität im Optionsmenu hat sich dieses Problem nicht beheben können. Demnach kann es sein, dass das Problem der Controlstick selbst ist. Bei leichten Kreisbewegungen, die nicht bis zum Anschlag ausgeführt werden sieht man, dass sich das Fadenkreuz im Spiel nichtmal annähernd kreisförmig bewegt.

Fazit

Auch auf der Switch ist und bleibt DOOM ein charmanter old-school Shooter mit genialem Monsterdesign und viel blutiger Action. Der große Vorteil an dieser Version ist natürlich, dass man das Spiel überall hin mitnehmen kann. Grafisch ist DOOM eine wahre Augenweide und der lebende Beweis dafür, dass auch nicht-cartoony Spiele auf Nintendo Switch verdammt gut aussehen können. Dennoch mussten bei der Grafik und den Effekten natürlich einige Kompromisse eingegangen werden. Die Folge sind detailärmere Texturen, weniger Lichter und performancesparende Effekte. Obwohl die Nintendo Switch dadurch die grafisch schwächste Version des Spiels darstellt, fällt das während des rasanten Spielverlaufs kaum auf. Leider bringt die Switch Version einige andere Schwächen mit sich über die ich nicht hinweg sehen kann, weshalb mir die Bewertung besonders schwer gefallen ist.

Negativ aufgefallen sind mir die technischen Probleme, die diese Portierung mit sich bringt. Die ungenaue Steuerung und die heftigen Framerate Einbrüche setzen dem Spielspaß ordentlich zu und sorgen für einige Frustmomente. Wer DOOM bereits kennt weiß, dass genaues Zielen und schnelle Reaktionen essenziell sind um in späteren Missionen oder auf höheren Schwierigkeitsgraden am Leben zu bleiben. Ob ein zukünftiger Patch eventuell Verbesserungen mit sich bringt, bleibtabzuwarten. Aus diesem Grund kann ich die Nintendo Switch Version von DOOM derzeit nur bedingt empfehlen.

DOOM ist ab dem 10.November erhältlich für Nintendo Switch

— Laurenz Brünner
Bewertung

Urteil + Schöne Grafik + Geniales Monster- und Leveldesign - ungenaue Steuerung - instabile Framerate - Sound Bugs
Alles in Allem OK